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Jenny das Burgfräulein

25.09.2016

Der letzte Sonntag im September bescherte nochmal sommerliches Wetter. Und so machte ich mich nach der Mittagssonne mit meinem edlen Stahlross Bloody Mary auf den Weg nach Norden. Mir war zu Ohren gekommen das es dort im Münsterland Burgen und Schlösser geben sollte. Und was war ein Burgfräulein ohne Burg? Ich passierte die alte Handelsstadt Dortmund östlich und ritt, äh fuhr über Brechten und Brambauer gen Norden. Über Selm erreichte ich die Burg Vischering zu Lüdinghausen.

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Leider wurde mir der Einlass in den inneren Burghof und die Burg verwehrt. So mischte ich mich im vorderen Burghof unters Volk.
Wenigstens wurde Speis und Trank gereicht und ich konnte mich für die weitere Reise stärken.
Ich sattelte mein edles Ross und beschloss mein Glück in Nordkirchen zu versuchen. Dort sollte es ein gar prachtvolles Schloss geben.

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Entlang der Stever verließ ich Lüdinghausen und erreichte schließlich Schloss Nordkirchen.

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Das Schloss nannte man nicht umsonst das Versailles des Nordens. Auch hier wurde mir der Einlass verwehrt. Aber wer möchte auch so ein prachtvolles Schloss teilen? Doch eine Hoffnung auf ein Leben als Burgfräulein hatte ich noch. Schloss Cappenberg sollte mein nächstes Ziel sein.

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Ich genoss noch die prachtvollen Parkanlagen und verließ dann Nordkirchen Richtung Süden.

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Die braven Bauern brachten ihre Ernte ein. Gut so, denn durch ihre Abgaben konnte das Leben auf den Burgen und Schlösser erst ermöglicht werden.

Über Südkirchen traf ich dann in Cappenberg ein und suchte augenblicklich das Schloss auf.
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Aber bereits der Zugang verhieß nichts Gutes. Ich sollte doch glatt mein tapferes Ross vor den Toren stehen lassen.
Das kam natürlich gar nicht in Betracht.

So traute ich mich nur ein Stück in den Park.
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Ein Leben in der Scheune statt im hochherrschaftlichen Schloss? Hier wurde ich gewahr das sich meine Träume als Burgfräulein nicht erfüllen würden. So machte ich mich unverrichteter Dinge auf den Weg heim in meine Kemenate. Manchmal musste man sich halt mit dem zufrieden geben was man hatte. Und ich hatte immerhin mein treues Stahlross Bloody Mary und all die anderen Rösser in meinem kleinen Stall.

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Weiter gegen Süden reisend erreichte ich Lünen und querte die Lippe und den Datteln-Hamm-Kanal.

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Hinter Gahmen, kurz vor Derne stiess ich auf eine alte Trasse, wo sogenannte Dampfrösser fuhren. Das mussten gar gefährliche Maschinen sein, die der Hölle entsprungen waren. So ließ ich mir berichten. Doch jetzt wirkten diese Pfade sehr friedlich und so wagte ich meinen Weg fortzusetzen.

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Manches Mal schaute ich mich aber dennoch um, ob nicht irgendwo Gesindel im Busch lauerte. Keine anderen Reisenden die mir notfalls zu Hilfe geeilt wären. Aber ich überstand die Passage unbeschadet.

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Der Pfad führte mich nach Derne, wo in der Zeche Gneisenau Kohle, das schwarze Gold, gefördert wurde. Doch auch diese glorreichen Zeiten waren längst vorbei.

Durch den Ortskern erreichte ich wieder ländlichere Gefilde. Über Scharnhorst und Brackel erreichte ich dann meine heimatliche Kemenate südlich des Dortmunder Stadtkerns.

Bei sommerlichen Temperaturen, viel Sonne und ein paar Wolken ging meine Reise nach über 90 km dem Ende zu. Mit einer Reisegeschwindigkeit von knapp 18 km/h konnten Bloody Mary und ich die Burgen, Schlösser und Landschaften in Ruhe genießen.
Der Aufstieg zum Burgfräulein blieb mir verwehrt, aber vielleicht wäre mir das Leben also solches auch viel zu langweilig geworden.
7.10.16 10:39


Der sehr späte Spätsommer

24.09.2016

 

Ende September war Herbstanfang. Während der Sommer ja sehr herbstlich anfing mit eher kühlen Temperaturen und sehr unbeständig, begann der Herbst sehr sommerlich. Das letzte Septemberwochenende versprach Sonne satt und Temperaturen über 25 Grad. 

Also schwang ich mich Samstag auf die Pink Lady, nachdem ich bei Komoot einen Track um Soest herum erstellt hatte, und machte mich gegen Mittag auf den Weg. Zunächst verließ ich Dortmund Richtung Osten. 

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Vorbei am Flughafen führte die Route nach Unna.

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In Unna lotste mich Komoot dann auf die B1 und wollte dort bis Werl bleiben. Darauf hatte ich aber so gar keinen Bock. Wer die B1 kennt, weiß wie stark befahren sie ist. Auch wenn es einen Randstreifen gab, störte mich der Lärm und die Abgase. Also bog ich nach wenigen Kilometern auf einen Feldweg ab. Schon nach kurzer Zeit wurde es ruhig.

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Abgeerntete Felder und Windräder säumten nun meinen Weg. Kein Mensch weit und breit. Leider brachte mich der Weg nicht nach Werl und so musste ich noch einmal die B1 überqueren.

Nun hielt ich mich an den alten Hellweg (Handelsweg) der bis nach Paderborn führte. Das Navi wollte mich immer wieder zur B1 lotsen. Aber ich kann noch deutlich sturer sein und ignorierte einfach die Anzeigen auf dem Display. 

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Auf den schmalen Asphaltwegen ohne Verkehr machte das Fahren deutlich mehr Spaß.

Schließlich erreichte ich Werl. Und fuhr Richtung Altstadt und Fußgängerzone. 

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Werl kann richtig malerisch sein. Da wurde es natürlich Zeit für einen Fotostop.

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In der Fußgängerzone wartete eine kleine Kirmes auf Besucher. Aber ich hatte ja mein eigenes Fahrgeschäft dabei. Das war mindestens genau so bunt wie der Break Dancer. Nur wurde mir auf dem Rad nicht so schnell schlecht. 

In Werl beschloss ich dann endgültig von der vorgegebenen Strecke abzuweichen und nicht Richtung Soest zu fahren. Statt dessen ging es grob Richtung Hamm. 

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Ich verließ die Stadt nördlich auf der Straße nach Scheidingen und fuhr über Meyerich nach Welver. 


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Kurz vor Welver machte ich dann eine Schleife über Dinker.


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Kurz vor Dinker stieß ich dann auf den Freistuhl der Freigrafenschaft Rüdenberg. Der friedliche Eindruck täuschte. Hier wurde Gericht gehalten und 1805 der letzte Mörder gerichtet. 

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Nach Dinker durchfuhr ich Süddinker. Und wohin führte diese Straße? Richtig! Nach Hamm. Stand ja auch auf dem Ortsschild. Im Ruhrgebiet ist man halt pragmatisch. 


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Nicht alle Straßen entsprachen den höchsten Ansprüchen. Aber dafür war auch wenig Verkehr.

Über Osttünnen und Westtünnen erreichte ich dann Bönen. 

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In der Nähe eines Industriegebietes führte eine Piste durch die künstlich angelegte Auenlandschaft des Teufelsbach. Die künstlichen Auen dienen dem Hochwasserschutz und liessen vergessen das man am Rande eines Industriegebietes ist. 


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In Bönen setzte ich mich dann am Rande einer Fußgängerzone vor ein Eiscafé und gönnte mir einen Milchshake und ein Eis.

So gestärkt machte ich mich langsam auf den Rückweg. 
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Ein Stück ging es an der Seseke entlang, wo es Kunst am Zaun gab. Ist schon toll was man sich so alles einfallen ließ. 
Über Heeren erreichte ich dann Kamen.
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Hier verließ ich die Seseke. Noch ein letzter Blick und dann folgte ich zunächst der Bahnlinie Richtung Süd-Westen.

Nach ein paar Kilometern dann ein Schwenk nach Süden und ich erreichte Massen. Weiter ging es über Wickede, Asseln und Aplerbeck nach Hause. Eine doch noch schöne Tour ging zu Ende. Ich war froh nicht weiter dem Navi gefolgt zu sein, sondern mal wieder spontan entschieden zu haben. Das sind oft die besten Touren. Sonne pur und Temperaturen bis 26/27 Grad versprühten noch einmal den Flair des Sommers. An solchen Tagen musste man einfach Rad fahren. 111 km mit einem Schnitt von knapp 19 km/h standen am Ende auf dem Tacho. Wieder keine Punkte für die Wertung, aber eine super Tour. 

1.10.16 12:51


De Enschede Fietstocht

18.09.2016

Part Twee, Zondag

Nach einer geruhsamen Nacht und einem ausführlichen Frühstück ging es kurz nach 10 Uhr wieder auf den Heimweg. Noch kurz ein paar Fotos in der Stadt, dann fuhren wir Richtung Grenze.

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Bunte Kunst am Mooienhof. 

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Ratatoille, das Ratbike von Jacqueline. Im Hintergrund Bloody Mary. Ein Rad braucht einen Namen.

Kurz vor der Grenze verabschiedeten wir uns von Jacqueline und Spike, die einen anderen Weg ins westliche Ruhrgebiet nahmen.
Toto, Berger und ich fuhren alleine weiter Richtung Münsterland. Nach der Grenze passierten wir Alstätte und Ahaus. Da wir spät gestartet waren, fuhren wir ein bisschen flotter als auf dem Hinweg.

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Nicht nur an der Küste gibt es Deichschafe. 

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Wieder jede Menge Gravelroads. Aber es sollte noch unwegsamer werden.

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Über Waldpfade erreichten wir das Wasserschloss Egelborg bei Legden mit seiner alten Wassermühle, die schon etwas baufällig wirkte.

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In Legden gab es dann Ortsfest. Das nutzten wir für eine Pause um uns vor Ort zu verpflegen. Für die Jungs gab es Bratwurst und anschließend Kartoffelpuffer mit selbstgemachten Apfelkompott. Ich begnügte mich mit den Kartoffelpuffern, die frisch waren und gut mundeten.

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In Coesfeld gab es dann richtige Kirmes, die wir jedoch umfuhren. Nach bunten Fahrgeschäften war uns nicht.

Hinter Coesfeld wurde es dann zum Glück wieder ländlicher. 
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Am Rande von Lette stießen wir auf eine alte Windmühle. Diese hatte ihre besten Zeiten bereits hinter sich. Anders als mein Meral. 

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Die Äpfel im Obstgarten sahen zum anbeißen aus. Schade das da ein Zaun im Wege war. 

Weiter ging es an einer Bahnlinie entlang wieder über Gravelroads, oder wie die Italiener sagen würden Strade Bianche.

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In der Nähe von Merfeld kam dann die Krönung. Es ging über einen Singletrail mitten durch den Wald. Vor mir Berger mit seinem Gravelbike und hinter mir Toto mit seinem MTB. Dazwischen ich mit meinem Meral mit 25 mm Reifchen. Es ging über kleine Felsbrocken und reichlich Wurzelwerk. Und es ging erstaunlich gut. Hier machte sich das Wintertraining auf dem MTB im Gelände bemerkbar. Irgendwie machte es auch richtig Spaß und ich war fast enttäuscht als der Trail auf einem breiteren Waldweg endete. 

Von Merfeld ging es nach Lavesum, vorbei an den Heubachwiesen. Am Rande von Haltern fuhren wir zum Halterner Stausee.

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Hier war schon mehr los. Die Sonne ließ sich auch blicken. Noch über die Hängebrücke und dann machten wir uns auf die Suche nach einer Verpflegungsstation. 


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Die fanden wir dann in Form eines bayrischen Biergartens an der Hüllemer Straße. Für mich gab es Radler und Kartoffelgratin. Die Jungs orderten Bier und Brezeln. Nach der Stärkung verabschiedeten wir uns von Berger, der von hier seine Heimreise antrat. Toto und ich fuhren weiter Richtung Dortmund. Nach Hullern machten wir einen Schwenk Richtung Olfen.

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Über kleine Landstraßen mit Sonnenschein fuhren wir über Vinnum Richtung Waltrop.

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Zwischendurch nahm der Himmel mal bedrohliche Farben an, doch es blieb trocken und wurde wieder sonnig. Zum Glück Fehlalarm.

Kurz vor Waltrop verabschiedete ich mich von Toto. Er musste in den Osten von Dortmund, ich in den Süden.
Ich programmierte mein Navi neu und über Brambauer und Brechten ging es direkt durch die City nach Süden. Am frühen Abend, noch im Hellen, kam ich dann zu Hause an. 

Ein tolles Wochenende neigte sich dem Ende zu. Während der Fahrt entstanden dann in unserer kleinen Gruppe auch schon Ideen für neue Touren. Ein bisschen wäre ich gerne noch in Enschede geblieben. Aber Montag war dann wieder Arbeitstag.

122 km mit einem Schnitt von knapp 20 km/h standen Sonntag auf dem Tacho. Das machte 240 km für das Wochenende. 
Mit dem Wetter hatten wir trotz der Vorhersagen absolut Glück. Und ich fand heraus das meine Bloody Mary nicht nur Asphalt fahren kann.
29.9.16 10:07


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