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Winterzeit - Radelzeit

08.01.2017

Der 1. Lauf zur Westfalen Winter Bike Trophy stand am 2. Januarsonntag an. Für mich der Einstieg in die Radsportsaison 2017.
So machte ich mich zeitig auf nach Capelle im schönen Münsterland. Viel sah man allerdings nicht von der Landschaft, da es ordentlich nebelte. Wie es sich für eine Winter Trophy gehörte herrschten sowieso winterliche Bedingungen. Temperaturen um die 0 Grad, Eis und etwas Schnee mahnten zur Vorsicht. Ich startete mit meinem MTB Bully, das man mit etwas gutem Willen als Youngtimer bezeichnen könnte (17 Jahre alt). 
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10 Uhr sollte Start sein, aber aufgrund der Witterung ließ man uns erst eine halbe Stunde später starten. Das brachte zwar auch nicht viel, aber was soll´s. Dafür hatte man Zeit zum quatschen. Einige bekannte Gesichter traf ich jedenfalls. Selbst die Moerser waren am Start.
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Nach einer kurzen Ansprache ging es dann gemächlich los. Da ich 7 Wochen wegen Krankheit nicht fahren konnte, nahm ich mir nur die 36 km Strecke vor. Und ich ließ mir Zeit. Zur Sicherheit lief mein neues Garmin-Navi mit dem Track mit. Das sollte sich noch bewähren.

Anfangs auf der Straße war etwas Schneematsch. Kurz zuvor war aber noch ein Streufahrzeug durchgefahren. Anders sah es dann auf den Wald- und Feldwegen aus. 
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Gefrorener Matsch und Schneereste verlangten eine sichere Fahrweise. Zumindest gab es dieses Mal keinen tiefen Schlamm. Mein Schaltwerk nahm das mit Freude zur Kenntnis und funktionierte problemlos.

Zunächst führten verschlungene Wege nach Südkirchen, bevor es durch Wald und Park zum Schloss Nordkirchen ging.
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Die Statuen im Schlosspark wirkten eher gespenstisch. Da fiel mir spontan ein alter Gruselfilm ein: The Fog, Nebel des Grauens. 
Also schnell weiter bevor es mich holte. 

Dann war die 1.Kontrolle an der Orangerie des Schlosses erreicht. Hier ließ ich nur stempeln. Verpflegung brauchte ich nicht. Wird mal Zeit abzunehmen. Und Wasser hatte ich genug im Trinkrucksack. 

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Die Orangerie hatte mehr Ähnlichkeit mit einem Geisterschloss. Kalt lief es mir den Rücken runter. Kann aber auch nur die Kälte gewesen sein. 
Ich fuhr weiter. Kurz darauf die Streckenteilung. Ich ließ die 52 km Strecke links liegen und bog rechts auf die 36er ab. 

Die Schlammpassage durch den Wald, die mich letztes Jahr ein Schaltwerk kostete, umfuhr ich dieses Mal über die ausgeschilderte Straßenroute.
Leider fehlte dann ein Teil der Schilder. Aber mein Navi konnte da glänzen. So erreichte ich die 2. Kontrolle auf einem Bauernhof.
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Auch hier wieder nur Stempel holen und weiter ging es. Die Kilometer bis zum Ziel wurden jetzt schon einstellig. 

Aber ein paar Schwierigkeiten warteten noch. Die Strecke war geändert worden und wich von der in meinem Navi ab. Zum Glück fehlten hier aber keine Pfeile mehr. Erst als ich wieder auf der Navistrecke war, hatte Jemand Pfeile abgerissen und auf den Boden geschmissen. Dank Navi aber kein Problem. Es gab auch noch ein paar rutschige Waldpassagen. 
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Danach ging es dann nach Capellen zurück. Hier waren die Straßenverhältnisse mittlerweile wieder gut. Durch die Ortschaft fuhr ich zum Ziel. 
Nach etwas über 36 und mehr als zwei Stunden war ich im Ziel. Der Schnitt betrug über 16 km/h, was für Gelände und Eis und Schnee gar nicht so schlecht war. An meiner Form muss ich nach der langen Pause noch arbeiten, aber ich war ganz zufrieden. Es hat trotz der Bedingungen richtig Spaß gemacht. Beneidet habe ich allerdings die wenigen Cyclocrossfahrer. So ein Rad hätte ich auch gerne, statt MTB. Rennlenker liegt mehr mehr wie der gerade Besenstiel. 
Ach ja, die Teilnehmerzahl habe ich leider noch nicht. Habe vergessen zu fragen. Reiche ich aber nach.

 

Nachtrag: Etwas über 500 Teilnehmer starteten in Capelle.

8.1.17 19:20


Jenny das Burgfräulein

25.09.2016

Der letzte Sonntag im September bescherte nochmal sommerliches Wetter. Und so machte ich mich nach der Mittagssonne mit meinem edlen Stahlross Bloody Mary auf den Weg nach Norden. Mir war zu Ohren gekommen das es dort im Münsterland Burgen und Schlösser geben sollte. Und was war ein Burgfräulein ohne Burg? Ich passierte die alte Handelsstadt Dortmund östlich und ritt, äh fuhr über Brechten und Brambauer gen Norden. Über Selm erreichte ich die Burg Vischering zu Lüdinghausen.

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Leider wurde mir der Einlass in den inneren Burghof und die Burg verwehrt. So mischte ich mich im vorderen Burghof unters Volk.
Wenigstens wurde Speis und Trank gereicht und ich konnte mich für die weitere Reise stärken.
Ich sattelte mein edles Ross und beschloss mein Glück in Nordkirchen zu versuchen. Dort sollte es ein gar prachtvolles Schloss geben.

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Entlang der Stever verließ ich Lüdinghausen und erreichte schließlich Schloss Nordkirchen.

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Das Schloss nannte man nicht umsonst das Versailles des Nordens. Auch hier wurde mir der Einlass verwehrt. Aber wer möchte auch so ein prachtvolles Schloss teilen? Doch eine Hoffnung auf ein Leben als Burgfräulein hatte ich noch. Schloss Cappenberg sollte mein nächstes Ziel sein.

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Ich genoss noch die prachtvollen Parkanlagen und verließ dann Nordkirchen Richtung Süden.

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Die braven Bauern brachten ihre Ernte ein. Gut so, denn durch ihre Abgaben konnte das Leben auf den Burgen und Schlösser erst ermöglicht werden.

Über Südkirchen traf ich dann in Cappenberg ein und suchte augenblicklich das Schloss auf.
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Aber bereits der Zugang verhieß nichts Gutes. Ich sollte doch glatt mein tapferes Ross vor den Toren stehen lassen.
Das kam natürlich gar nicht in Betracht.

So traute ich mich nur ein Stück in den Park.
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Ein Leben in der Scheune statt im hochherrschaftlichen Schloss? Hier wurde ich gewahr das sich meine Träume als Burgfräulein nicht erfüllen würden. So machte ich mich unverrichteter Dinge auf den Weg heim in meine Kemenate. Manchmal musste man sich halt mit dem zufrieden geben was man hatte. Und ich hatte immerhin mein treues Stahlross Bloody Mary und all die anderen Rösser in meinem kleinen Stall.

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Weiter gegen Süden reisend erreichte ich Lünen und querte die Lippe und den Datteln-Hamm-Kanal.

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Hinter Gahmen, kurz vor Derne stiess ich auf eine alte Trasse, wo sogenannte Dampfrösser fuhren. Das mussten gar gefährliche Maschinen sein, die der Hölle entsprungen waren. So ließ ich mir berichten. Doch jetzt wirkten diese Pfade sehr friedlich und so wagte ich meinen Weg fortzusetzen.

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Manches Mal schaute ich mich aber dennoch um, ob nicht irgendwo Gesindel im Busch lauerte. Keine anderen Reisenden die mir notfalls zu Hilfe geeilt wären. Aber ich überstand die Passage unbeschadet.

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Der Pfad führte mich nach Derne, wo in der Zeche Gneisenau Kohle, das schwarze Gold, gefördert wurde. Doch auch diese glorreichen Zeiten waren längst vorbei.

Durch den Ortskern erreichte ich wieder ländlichere Gefilde. Über Scharnhorst und Brackel erreichte ich dann meine heimatliche Kemenate südlich des Dortmunder Stadtkerns.

Bei sommerlichen Temperaturen, viel Sonne und ein paar Wolken ging meine Reise nach über 90 km dem Ende zu. Mit einer Reisegeschwindigkeit von knapp 18 km/h konnten Bloody Mary und ich die Burgen, Schlösser und Landschaften in Ruhe genießen.
Der Aufstieg zum Burgfräulein blieb mir verwehrt, aber vielleicht wäre mir das Leben also solches auch viel zu langweilig geworden.
7.10.16 10:39


Der sehr späte Spätsommer

24.09.2016

 

Ende September war Herbstanfang. Während der Sommer ja sehr herbstlich anfing mit eher kühlen Temperaturen und sehr unbeständig, begann der Herbst sehr sommerlich. Das letzte Septemberwochenende versprach Sonne satt und Temperaturen über 25 Grad. 

Also schwang ich mich Samstag auf die Pink Lady, nachdem ich bei Komoot einen Track um Soest herum erstellt hatte, und machte mich gegen Mittag auf den Weg. Zunächst verließ ich Dortmund Richtung Osten. 

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Vorbei am Flughafen führte die Route nach Unna.

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In Unna lotste mich Komoot dann auf die B1 und wollte dort bis Werl bleiben. Darauf hatte ich aber so gar keinen Bock. Wer die B1 kennt, weiß wie stark befahren sie ist. Auch wenn es einen Randstreifen gab, störte mich der Lärm und die Abgase. Also bog ich nach wenigen Kilometern auf einen Feldweg ab. Schon nach kurzer Zeit wurde es ruhig.

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Abgeerntete Felder und Windräder säumten nun meinen Weg. Kein Mensch weit und breit. Leider brachte mich der Weg nicht nach Werl und so musste ich noch einmal die B1 überqueren.

Nun hielt ich mich an den alten Hellweg (Handelsweg) der bis nach Paderborn führte. Das Navi wollte mich immer wieder zur B1 lotsen. Aber ich kann noch deutlich sturer sein und ignorierte einfach die Anzeigen auf dem Display. 

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Auf den schmalen Asphaltwegen ohne Verkehr machte das Fahren deutlich mehr Spaß.

Schließlich erreichte ich Werl. Und fuhr Richtung Altstadt und Fußgängerzone. 

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Werl kann richtig malerisch sein. Da wurde es natürlich Zeit für einen Fotostop.

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In der Fußgängerzone wartete eine kleine Kirmes auf Besucher. Aber ich hatte ja mein eigenes Fahrgeschäft dabei. Das war mindestens genau so bunt wie der Break Dancer. Nur wurde mir auf dem Rad nicht so schnell schlecht. 

In Werl beschloss ich dann endgültig von der vorgegebenen Strecke abzuweichen und nicht Richtung Soest zu fahren. Statt dessen ging es grob Richtung Hamm. 

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Ich verließ die Stadt nördlich auf der Straße nach Scheidingen und fuhr über Meyerich nach Welver. 


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Kurz vor Welver machte ich dann eine Schleife über Dinker.


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Kurz vor Dinker stieß ich dann auf den Freistuhl der Freigrafenschaft Rüdenberg. Der friedliche Eindruck täuschte. Hier wurde Gericht gehalten und 1805 der letzte Mörder gerichtet. 

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Nach Dinker durchfuhr ich Süddinker. Und wohin führte diese Straße? Richtig! Nach Hamm. Stand ja auch auf dem Ortsschild. Im Ruhrgebiet ist man halt pragmatisch. 


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Nicht alle Straßen entsprachen den höchsten Ansprüchen. Aber dafür war auch wenig Verkehr.

Über Osttünnen und Westtünnen erreichte ich dann Bönen. 

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In der Nähe eines Industriegebietes führte eine Piste durch die künstlich angelegte Auenlandschaft des Teufelsbach. Die künstlichen Auen dienen dem Hochwasserschutz und liessen vergessen das man am Rande eines Industriegebietes ist. 


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In Bönen setzte ich mich dann am Rande einer Fußgängerzone vor ein Eiscafé und gönnte mir einen Milchshake und ein Eis.

So gestärkt machte ich mich langsam auf den Rückweg. 
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Ein Stück ging es an der Seseke entlang, wo es Kunst am Zaun gab. Ist schon toll was man sich so alles einfallen ließ. 
Über Heeren erreichte ich dann Kamen.
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Hier verließ ich die Seseke. Noch ein letzter Blick und dann folgte ich zunächst der Bahnlinie Richtung Süd-Westen.

Nach ein paar Kilometern dann ein Schwenk nach Süden und ich erreichte Massen. Weiter ging es über Wickede, Asseln und Aplerbeck nach Hause. Eine doch noch schöne Tour ging zu Ende. Ich war froh nicht weiter dem Navi gefolgt zu sein, sondern mal wieder spontan entschieden zu haben. Das sind oft die besten Touren. Sonne pur und Temperaturen bis 26/27 Grad versprühten noch einmal den Flair des Sommers. An solchen Tagen musste man einfach Rad fahren. 111 km mit einem Schnitt von knapp 19 km/h standen am Ende auf dem Tacho. Wieder keine Punkte für die Wertung, aber eine super Tour. 

1.10.16 12:51


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